Das war die Trainerfortbildung (Kategorie 4) in Schwaz im Juni 2019

Trainerfortbildung Schwaz

Wie jedes Jahr im Sommer, lud das Trainer- und Kursreferat des Tiroler Fußballverbandes zur traditionellen Sommerfortbildung in Schwaz. Die Themen waren bunt gemixt und es war sowohl für Kinder-, Jugend- und Erwachsenentrainer viel Wissenswertes dabei.

Tag 1 – Samstag, 29.06.2019

Pünktlich um 08:30 Uhr eröffnete Ausbildungsleiter Mag. Friedrich Brem die Fortbildung und begrüßte die rund 60 anwesenden Trainer und Trainerinnen. Er gab einen Überblick über die Änderungen im Trainer- und Kursreferat und informierte die Teilnehmer darüber, dass 2020/2021 ein UEFA-A Diplom Kurs in Tirol und Vorarlberg stattfinden wird. Damit möchte man den Trainern und Trainerinnen in Westösterreich entgegenkommen und den Aufwand für die Ausbildung verringern. Bis dato müssen die Trainer nämlich in den Osten von Österreich (Lindabrunn) um den Kurs zu absolvieren. Er bedankte sich recht herzlich bei allen, die diese Möglichkeit unterstützt haben. Des weiteren zeigte Friedrich auf, welche Trainer aus Tirol mittlerweile nationale und internationale Erfahrung sammeln. Gerhard Waldhart (DFI, DFB-Stützpunkt, SKN St. Pölten), Ognjen Zaric (DFI, SpVgg Unterhaching, TSV Rosenheim, FC Kufstein), Michael Winsauer (FC Wohlen), Morass Masaki (Red Bull Salzburg, SV Horn, FC Wacker Innsbruck, Vissel Kobe) und Thomas Klaus (Amsterdam, Lissabon, Red Bull Salzburg, Hajduk Split) starteten ihre Trainerkarriere allesamt in Tirol.

Günther Ringler, Friedrich Brem und Organisator Martin Kofler
v.l.n.r.: Günther Ringler, Friedrich Brem und Organisator Martin Kofler

Anschließend übergab er das Wort an Mag. Wolfgang Suitner (Vizepräsident Kommunikation). Wolfgang informierte die Coaches über die Neuerungen im TFV nach den Neuwahlen im Juni. Der Verband wird sich in den nächsten Monaten völlig neu definieren und möchte noch näher an die Vereine herangehen und mit zusätzlichen Angeboten unterstützen. Danach folgte Arno Bucher (Vizepräsident Vereinswesen und Breitensport), der über seine Aufgaben im Präsidium referierte. Neben einer Vereinsakademie möchte er auch andere Ideen umsetzen, um die Vereine in rechtlichen Dingen wie zum Beispiel die Registrierkassenpflicht unterstützen. Den Abschluss aus dem neu gewählten Präsidium machte Jennifer Giebl, die ab sofort für den Frauenfußball in Tirol zuständig ist. Um ein Zeichen für den Stellenwert des Frauenfußballs in Tirol zu setzen, wurde ein fixer Sitz im Präsidium für Jennifer geschaffen.

Danach übernahm Martin Kofler, der die Fortbildung organisierte, das Wort und führte durch das Programm. Den Anfang sollte Morass Masaki (FC Wacker Innsbruck Damen) machen, doch dieser konnte den Termin nicht wahrnehmen. Der Grund, er bekam ein Angebot von Vissel Kobe (Japan) und ist nun Co-Trainer von Thorsten Fink und betreut dort Spieler wie Andrés Iniesta und Lukas Podolski. Also übernahm der Mentaltrainer der FC Wacker Damen die Agenden und präsentierte den Werdegang der Wackerdamen von den Anfängen bis zum heutigen Tag. Ein äußerst informativer Vortrag, der allen Anwesenden aufgezeigt hat, wie schwierig es Frauen im Fußball haben und mit welch geringen Mitteln sie in der höchsten Liga Österreichs auskommen müssen. Danach ging es zum Modelltraining mit den Wackerdamen, bei gefühlt 40°, auf den Platz. Dort sahen die Coaches durchaus eine sehr gute Qualität und eine Top-Einstellung bei den Spielerinnen.

Nach dem Mittagessen im Café Innside folgte der zweite Teil des ersten Tages. Thomas Klaus referierte über Periodisierung im Fußball und gab einen kurzen Überblick über die Möglichkeiten der Trainingsplanung und -steuerung im Fußballkontext. Zuerst sprach er über Fußball und dessen Aktionen, bevor es zur Fitness im Fußball ging. Dort zeigte er mit einfachen Mitteln, wie Fußballfitness entwickelt werden kann ohne Waldläufe, Crossfit usw. Weiters gab er wichtige Inputs zur Verletzungsprävention und zum Umgang mit jungen Spielern, die in die Kampfmannschaft aufrücken. Anschließend zeigte Thomas noch auf, wie ein Coach selbst Übungen und Spielformen basierend auf seiner Spielidee entwickeln kann.

Thomas Klaus und Simon Melmer leiteten die Praxiseinheit mit der SC Schwaz KM 1b
Thomas Klaus (weiß) und Simon Melmer (gelb) leiteten die Praxiseinheit mit der SC Schwaz KM 1b

Nach der Theorie erfolgte auf dem Platz die Umsetzung in die Praxis. Dafür stand den Referenten das Team von Herbert Ramsbacher (SC Schwaz KM 1b) zur Verfügung. Das Aufwärmen bestand aus Inhalten vom FIFA 11+ Programm und einem Rondo um die Spieler auf die anschließenden Inhalte vorzubereiten. Nachdem die Spieler warm waren, zeigten die beiden Coaches, wie eine Passübung für Verteidiger und Angreifer und wie das Coaching innerhalb einer Übung aussehen kann. Dabei gingen sie nach der STS Methode vor. Zuerst machten sie eine klare Aufgabenverteilung und erst nach einigen Versuchen starteten sie das Coaching. Das bedeutet, der Spieler erlebt die Situation zuerst und versucht sie selbst zu lösen. Schafft er dies nicht helfen die Coaches mit gezielter Fragestellung um den Spieler zu verbessern. Zum Abschluss gab es noch eine große taktische Spielform in der die Spielprinzipien bei gegnerischem Ballbesitz verbessert werden sollten. Ein großer Dank gilt hierbei nochmal den jungen Spielern des SC Schwaz, die bei großer Hitze sehr großen Einsatz zeigten und bis zum Schluss bei der Sache waren.

Tag 2 – Sonntag, 30.06.2019

An diesem Tag standen zwei besonders interessante Themen und Referenten auf dem Programm. Den Beginn machte Dr. Clemens Burgstaller mit seiner Präsentation über Doping. Clemens ist Sportarzt (ÖFB / WSG Wattens), UEFA-B Diplom Trainer und führt im Namen der NADA und UEFA Dopingkontrollen im In- und Ausland durch. Er zeigte den Anwesenden ganz klar und deutlich auf, welche Gefahren im Doping liegen und mit welchen Strafen man rechnen muss. Darüber hinaus informierte er die Teilnehmer über ungewolltes Doping über verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente. Ein besonderes Anliegen war ihm ein Bewusstsein für den Missbrauch von Snus zu schaffen. Snus ist bei sehr vielen Fußballspielern beliebt und findet mittlerweile auch großen Anklang bei Minderjährigen. Er wies darauf hin, dass Snus zwar “noch” nicht auf der Dopingliste steht, aber es dennoch von Spielern, aus Gesundheitsgründen, nicht eingesetzt werden sollte.

Dr. Clemens Burgstaller referierte über Doping im Sport.
Dr. Clemens Burgstaller referierte über Doping im Sport.

Nach Clemens folgte Gerhard Waldhart vom SKN St. Pölten, der einen tiefen Einblick in seine Arbeit als Videoanalyst im Fußball gab. Er zeigte den Teilnehmern und Teilnehmerinnen wie er die Arbeit des Cheftrainers im Training mit der Videoanalyse unterstützt und wie Arbeitsintensiv diese Aufgabe ist. Mindestens 60 Stunden pro Woche investiert er für Filmen, Schneiden, Aufbereiten und Besprechen mit Trainer, Team und einzelnen Spielern. Ein äußerst spannender Vortrag mit vielen Inputs und den Sinn und Zweck einer Videoanalyse. Doch Gerhard sprach nicht nur über seine Arbeit, sondern gab sehr wertvolle Tipps & Tricks wie man die Videoanalyse im Amateurfußball einsetzen kann. So zeigte er worauf man beim Filmen achten muss, welches Equipment man gut und günstig erstehen kann und welche Software die Coaches kostenlos verwenden können.

Videoanalyse im Profi- und Amateurfußball mit Gerhard Waldhart vom SKN St. Pölten
Videoanalyse im Profi- und Amateurfußball mit Gerhard Waldhart vom SKN St. Pölten

Zum Abschluss gab es noch einen kurzen Input in Theorie und Praxis von Markus Gassler zum Thema Flag Football. Flag Football ist sowohl koordinativ als auch körperlich eine positiv fordernde Sportart, die absolut keine Grenzen zieht. Diese Spielform kann sehr gut im Kinder- und Jugendtraining zur Abwechslung eingebaut werden um die koordinativen Fähigkeiten zu verbessern.

Markus Gassler (gelbes T-Shirt) forderte die Teilnehmer im Flag Football heraus.
Markus Gassler (gelb) forderte die Teilnehmer im Flag Football heraus.

Friedrich beendete anschließend die äußerst gelungene und informative Fortbildung mit einer Feedbackrunde. Denn das Trainer- und Kursreferat ist stets bemüht sich zu verbessern und dabei sind die Inputs der Coaches sehr wichtig.