FUNiño ist nicht die Lösung für die Ausbildung von Fußballspielern!

FUNiño ist nicht die Lösung für die Ausbildung von Fußballspielern!

FUNiño wird mittlerweile von vielen als das Allheilmittel für die Probleme im Nachwuchsfußball angepriesen. Immer wieder lese ich davon, wie super toll FUNiño ist und wie sehr sich die Kinder über diese Spielform freuen. Zeitungsberichte und Statistiken dienen dabei als Bestätigung, doch ich sage euch eines: “FUNiño ist nicht die Lösung!”

Warum ist FUNiño nicht die Lösung?

Aus einem ganz einfachen Grund: Solange die Trainer nicht wissen wie der Lernprozess im Gehirn abläuft, ändert auch eine Spielform wie FUNiño genau gar nichts.

Ja, die Einsatzzeiten und Aktionen pro Spieler erhöhen sich, aber auch das Herumbrüllen von Trainern wird erhöht. Dadurch, dass ein Spieler nun mehr Aktionen hat, hat auch der Trainer wesentlich mehr Gelegenheit ihn zu Kritisieren und auf seine Fehler hinzuweisen. Oder noch besser, jede Aktion im Vorfeld zu kommentieren.

Noch dazu bringt es wenig, die Spielform im Meisterschaftsbetrieb einzusetzen, wenn nach wie vor im Training auf isolierte Passdrills usw. gesetzt wird.

Sich jetzt zu Erwarten, dass FUNiño die Probleme von Talentmangel oder Drop-Out beheben wird, ist doch sehr blauäugig.

Was sich ändern muss?

Die Trainer müssen besser ausgebildet sein. Es reicht eben nicht einen Vater oder sonst jemanden als Trainer anzustellen nur damit jemand die Kinder betreut. Im Training müssen gezielt vom Trainer Situationen geschaffen werden um die Kinder vor lösbare Probleme zu stellen. Diese Situationen müssen auf den jeweiligen Wissensstand der Spieler angepasst werden. Wenn die Spieler die Lösung dann selbst finden, wird die Situation verändert um einen neuen Reiz zu setzen. Können die Spieler es nicht lösen, wird die Situation entweder vereinfacht oder der Trainer stellt entsprechende Fragen um den Spielern zu helfen.

Diese Dinge setzen allerdings eine entsprechende Spielintelligenz beim Trainer voraus. Fehlt dem Trainer die nötige Spielintelligenz wird er weder Situationen schaffen noch die richtigen Fragen stellen können. Somit wird der Trainer zum limitierenden Faktor des Spielers das bedeutet, der Spieler wird seine Fähigkeiten nur so weit verbessern können, wie es das Wissen des Trainers zulässt.

Wie können wir bzw. die Vereine helfen?

Mir ist vollkommen klar, dass es immer schwieriger wird Trainer für die Mannschaften v.a. im Nachwuchs zu finden. Zu groß ist die Verantwortung und zu gering ist die Wertschätzung und Entschädigung. Dennoch gibt es unter anderem folgende Möglichkeiten, wie die Trainer unterstützt werden können, selbst wenn sie keine Ausbildung haben:

  • Interne Fortbildung von ausgebildeten Trainern für die eigenen Trainer.
  • Ein ausgearbeitetes Ausbildungskonzept für alle Altersklassen.
  • Vorgefertigte Trainingseinheiten für jede Altersklasse.
  • Mehr Wertschätzung und finanzielle Entschädigung für die Trainer.